Hach geht es mir gut heute, das ist sooo schön, stell Dir vor, heute hat mich so eine schöne Nachricht erreicht, jemand hat gesagt, er mag mich! Findet mich gut! Ich mache gute Arbeit! Ah, das läuft runter wie Öl. Gestern ging es mir ganz schlecht, denn da hat jemand während des Webinars seine Kamera ausgeschaltet, bestimmt habe ich schlechte Arbeit gemacht. Die ganze Nacht habe ich nicht geschlafen.

Kennst Du das auch von Dir? Dass es Dir total nahe geht, wenn Du kritisiert wirst? Oder noch schlimmer, nicht mal Kritik, sondern mit Ablehnung, Abwendung, Entfreundung, Schweigen, ohne dass Du weißt, was Du „falsch gemacht“ hast, konfrontiert wurdest?

Die Einleitung dieses Textes ist eine fiktive Geschichte. Heute. Vor noch 8 Jahren war sie für mich wahr! Da ich viele Seminare gebe, die zwecks Evaluation immer einen „Beurteilungsbogen“ (ja, er heißt bei manchen Kunden nicht Feedbackbogen, sondern Beurteilungsbogen) am Ende stehen hatten, habe ich sehr viele Beurteilungen erhalten. Die meisten, über 95%, mit sehr gut und gut. Immer wieder mal waren einzelne „befriedigend“ enthalten, und ganz ganz selten welche, die mit mir überhaupt nicht konnten. Diese einzelnen Stimmen, sie haben mich so beschäftigt! Ich habe mich reflektiert, „bis der Arzt kommt“, wie es meine Freundin liebevoll benennt. Ja, auch nicht nur beruflich. Auch private Kritik hat mich oft tagelang erschüttert.

Geht es Dir auch so?

Du bist Du

Es geht Dir besser, weil Du Lob, Anerkennung oder Wertschätzung von jemandem bekommen hast?

Die schlechte Nachricht:
Du bist immer noch Du, genau der gleiche Mensch.

Es geht Dir schlecht, weil Du Kritik, Abwertung oder Geringschätzung von jemandem bekommen hast?

Die gute Nachricht:
Du bist immer noch Du, genau der gleiche Mensch!

 

Nur, warum gelingt uns das so schwer? Was heißt uns, es geht ja nicht allen so. Aber uns, die es sich so zu Herzen nehmen, wenn sie kritisiert werden, wenn sie keine Wertschätzung erhalten.

 

Was ist da los?

Wertschätzung, die von außen kommt, tut zwar gut, ja, aber….., ja, aber. Ist Dir schon aufgefallen, dass Du Dich über Wertschätzung weniger freust, wie Dir Kritik an die Nieren geht? Ist das bei Dir so? Bei mir war es das. Oder, dass die Wertschätzung von außen zwar toll war, aber schnell wieder „verpuffte“? Quasi wie wenn Du eine Blume gießt, die schon lange nicht mehr gegossen wurde, da fließt das Wasser nur so durch, es wird nicht aufgenommen.

Wie wäre es, wenn Du völlig unabhängig wärst davon, ob Du Wertschätzung von außen bekämst? Wenn es Dich zwar weiterhin freuen würde, aber nicht Deine existenzielle Nahrung darstellen würde? Die Du brauchst für Deinen Selbstwert? Wenn der Selbstwert in Dir drin stabil existieren könnte, egal, was jemand von außen sagt?

Stößt Dir das jetzt auf? Existenzielle Nahrung? Stimmt doch gar nicht, ist doch gar nicht so! Wirklich?

Ich habe irgendwann einmal bemerkt, dass Wertschätzung zu bekommen, mir guttat. Um sie zu bekommen, habe ich viel getan! Ich habe mich optimiert, an meinen Verhaltensweisen geschraubt, an meiner Ausdrucksweise, nur damit sich jemand nicht daran stört. Mich reflektiert, Fehler bei mir gesucht. All das habe ich gemacht, ohne es klarzuhaben, dass ich das tue, damit ich Wertschätzung bekomme. Es war mir völlig unbewusst.

Später wurde mir klar, dass es abhängig macht, sie zu brauchen. Sie macht abhängig von den Menschen, die einem das geben. Somit ist es eine Form von Macht, die ich Anderen zugestehe. Eine Verhaltensänderung, weg von meiner wahren Natur, hin zu einem Spielball der unterschiedlichsten Wünsche anderer Menschen. Damit war ich nicht alleine. Im Gegenteil.

 

Warum machen wir Menschen sowas?

Es scheint etwas in ihnen drin zu geben, das es für wichtiger hält, Anderen zu gefallen, um Wertschätzung zu bekommen, als nach ihrem Naturell zu leben, und es in Kauf zu nehmen, abgelehnt zu werden!

 

Was könnte das sein?

Dazu muss man tief runter gehen in die Psyche. Meiner Erfahrung nach sind es existenzielle Ängste des kleinen Kindes, das über die Zellenergie auch heute noch in jedem lebt. Ängste, die besagten, „wenn ich nicht lieb Kind bin, hat mich Mutti nicht mehr lieb, und wenn sie mich nicht liebhat, kriege ich keine Fürsorge und kein Essen und muss sterben“. Im Erwachsenenalter zeigt sich diese damals existenziell völlig berechtigen Gedanken in Form von „Wertschätzung = Annahme = Überleben, Kritik = Ablehnung = Tod“. Ja, es ist berechtigte Todesangst, die ein kleines Kind hat, wenn es durch die Eltern abgelehnt wird. Diese Angst wird auch im Erwachsenenalter durch Kritik aufs Heftigste getriggert. Todesangst durch Kritik? Ja. Wer ganz tief runter schaut, und das gelingt nicht auf den ersten Blick, kann dies spüren und wahrnehmen. An der Stelle beginnt eine ganz ganz tiefe Heilung alter verdrängter und unbewusster Anteile. Wachstum von der Wurzel aus frei nach oben.

 

Hat jeder diese Angst?

Nicht jeder, nicht jeder in gleichem Maße. Und dennoch ist das Thema des eigenen Wertes, des Selbstwertes unabhängig von außen, ein ganz großes zentrales Thema nahezu jeder Persönlichkeitsentwicklung. Zu dieser ist nicht jeder bereit. Und das ist OK.

Wenn wir unabhängig von Anderen, im Leben ethischer Prinzipien, zu uns stehen können, als der, der wir sind. Unser Naturell. Unsere Talente, unsere Gaben. Sie zeigen! So wie sie sind! Wäre das nicht toll? Wie wäre es, wenn Du aus Kritik lernen könntest, was es zu lernen gibt, und den Rest einfach bei dem belassen könntest, der sie Dir geben will? Wenn Dich Wertschätzung zwar freut, aber Du Dich dafür nicht verbiegen musst? Wenn Du in Dir selbst so einen stabilen Selbstwert hast, dass Du zu Dir stehen kannst, auch unter Kritik?

 

Die gute Nachricht ist, das kann man lernen.

Wie? Dieser Weg ist bei jedem unterschiedlich. Aber eine Grundhaltung lege ich Dir sehr ans Herz, sie hilft den meisten Menschen: Selbstmitgefühl, Self compassion auf Englisch. Mitgefühl für all seine Emotionen entwickeln, denn das ist der Türöffner für Selbsterkenntnis, für Selbstwert, Selbstliebe und macht frei.

 

Eine konkrete Übung für Dich, wie Du mit Kritik umgehen kannst:

Setze ein Stopp im Außen – einen Schutz, eine Pause für Dich selbst, eine Grenze, dass die Verletzung nicht ganz tief einfährt

Gebe Dir selbst Mitgefühl, für Deinen Schmerz, Dein Gefühl

So lange wie es dauert

Dann reflektiere: was an dem, was der Andere sagte ist wahr? Was kann ich hieraus für mich lernen? Falls Du was gefunden hast, bedanke Dich zumindest für Dich selbst beim Anderen, welch Geschenk er Dir doch gemacht hat, eine Chance zur Weiterentwicklung. Kostenlose Lernimpulse, und er hätte auch schweigen können, dann hättest Du nicht gewusst, was los ist. Er hat sich gegen Energieaufwand dafür entschieden, Dir mit seiner Kritik einen Impuls zur Entwicklung anzubieten!

Gibt es jetzt noch etwas zum Anderen zu sagen? So etwas wie „danke für Dein Feedback“, oder „danke, an dieser Stelle hast Du völlig Recht, nur hier bin ich anderer Meinung“? Oder „danke für Deine Meinung, die ich jedoch nicht teile“?

Sich selbst an sich freuen, an dem wunderbaren Wesen, das man doch ist, in all seinen Facetten

 

Alles Liebe, und melde Dich gerne, wenn Du hierbei Unterstützung haben möchtest. Ich freue mich!

 

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